Atlantikwall und Bunkeranlagen in Nordfrankreich

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Ich durfte im August 2012 einige entspannte Tage im Norden von Frankreich verbringen. Neben leckerem Bier (was oft mehrheitlich aus Belgien kommt und wozu noch ein separater Biertest erfolgen soll) und eimerweise sehr leckeren Muscheln (meist mit Fritten, bäh) gab es neben atemberaubender Landschaft und tollem Wetter einiges zu sehen, was mich besonders interessiert und meine Neugier weckt: Bunker, Bunker, Bunker. MG-Nester, Beobachtungsposten, Geschützturm-Stellungen, schwere Küsten-Batterien, monumentale Bauwerke und beeindruckende Zeugnisse der Geschichte.
Bei meinen Recherchen auf dem Camping-Platz mit dem Smartphone (Generation Smartphone: living online) zum Thema Atlantikwall in Nordfrankreich, stieß ich dabei auf einen Begriff, den ich bis dahin nicht kannte: „Festungs-Forscher“. Jedes Mal wenn ich das ausspreche, muss ich immer noch schmunzeln. So gesehen, zähle ich wohl mehr oder weniger mit zu dieser Gruppe. Also nehmt es mir nicht krumm, liebe Festungs-Forscher-Kollegen. Hihihi… Egal, es ist ja nun mal tatsächlich spannend einige dieser monumentalen Zeugnisse der Geschichte zu erkunden und es erfüllt mich immer wieder mit Neugier.

Blick von einem Bunker auf den Ärmelkanal

Blick von einem Bunker auf den Ärmelkanal

Unsere Route führte uns von Calais aus Richtung Süden wobei im Norden, in der Region Nord-Pas-de-Calais zweifelsohne die höchste Bunkerdichte zu verzeichnen ist, da hier auch der Atlantikwall am besten ausgebaut war. Hintergrund dabei ist hier die schmalste Stelle des Ärmelkanals, wo eine Invasion der Alliierten am ehesten erwartet wurde. Da ich mich an dieser Stelle nicht in die Tiefe mit den Bunkern, Bauwerken und Strandabschnitten beschäftigt habe (kein guter Festungs-Forscher 😉 ), soll dieser Artikel eher dokumentarischen Charakter haben. Denn leider wurden vor allem in den letzten 20 Jahren immer mehr Bunker und Befestigungsanlagen ab- bzw. rückgebaut, so dass vom Atlantikwall leider nicht mehr viel übrig ist.
Weiterführende Informationen zum Atlantikwall wird eine Suche mit der Suchmaschine eurer Wahl sicher zur Genüge anbieten können.

Cap Blance Nez

Stp. 109 – Düsseldorf

Der Stützpunkt Düsseldorf erstreckt sich über den gesamten Hügel am Cap Blance Nez. An der engsten Stelle des Kanals erbaut, bei gutem Wetter sie Küste bei Dover in Sichtweite wurden hier mehrere Beobachtungsstände, diverse Unterkünfte, Funkmessgeräte, … errichtet. Wie im Gelände noch heute zu erkennen wurde der Stützpunkt schwer bombardiert, diente er doch der nahe gelegenen Batterie Lindemann zur Zielführung.

WN Wolfsschlucht

Diese Wiederstandsnest war errichtet worden um die westlich von Cap Blance Nez gelegene Schlucht zu sperren, die hier auf einer weiten Strecke den einzigen Zugang zum Strand ermöglichte.

Stp. 168 – Leyer – Nebenleitstand
http://www.atlantikwall-frankreich.de/b01_nord_pas_de_calais/s04_cris_nez/168_leyer/stp_168.htm

Batterie Todt – Stp. 166 – Saitenspiel – Batterie Todt
https://de.wikipedia.org/wiki/Batterie_Todt
http://www.atlantikwall-frankreich.de/b01_nord_pas_de_calais/s04_cris_nez/166_batterie_todt/foto.htm

Die Batterie war Teil der Fernunterstützungsbatterien an der französischen Kanalküste, die die geplante Landung in England unterstützen sollte. Ursprünglich auf den Namen Siegfried getauft wurde sie 1942 auf den Namen des bei einem Flugzeugabsturz um Leben gekommenen Konstrukteurs Dr. Fritz Todt umgetauft.
Die Batterie mit ihren vier Geschützbunkern aus jeweils rund 800 Tonnen Eisen und 12000 qm Beton war mit 380 mm Geschützen aus dem Hause Krupp ausgerüstet. Neben den Geschützbunkern bestand die Batterie aus zahlreichen weiteren Bauwerken von Mannschaftsunterkünften bis zu Ringständen der Nahverteidigung.
Diese Bunker sind heute weitgehend verschüttet oder teil des Museums. Zugänglich sind die Geschützbunker 1 (Museum), Geschützbunker 2, im Wald gelegen und verschlossen, jedoch von aussen zu besichtigen. Der Geschützbunker 3 (zerstört) hingegen ist eingezäunt und nicht zugänglich. Geschützbunker 4 wiederum ist zugänglich, wenn auch aufgrund von Erdaufschüttungen nicht mehr innen zu besichtigen.

Blockhaus von Éperlecques

Das Blockhaus von Éperlecques (französisch Blockhaus d’Éperlecques) ist eine deutsche Bunkeranlage aus dem Zweiten Weltkrieg. Der Bunker befindet sich im Wald von Éperlecques, etwa 10 km nordwestlich von Saint-Omer im Département Pas-de-Calais in Nordfrankreich.
Die Bunkeranlage mit dem Decknamen „Kraftwerk Nord West (KNW)“ sollte zur Herstellung und zum Abschuss von V2-Raketen dienen. Der Bau geht auf eine Initiative Walter Dornbergers zurück, der eine solche Anlage in der Nähe der Kanalküste im Dezember 1942 von Rüstungsminister Albert Speer forderte. In den letzten Dezembertagen prüften Offiziere und Ingenieure aus Peenemünde mögliche Standorte und entschieden sich für den Wald bei Éperlecques.[1] Die mit dem Bau im März 1943 beauftragte Organisation Todt konnte die Anlage jedoch trotz des Einsatzes von Zwangsarbeitern nicht fertigstellen, da die Baustelle am 19. Juni 1944 durch englische Luftangriffe mit Tallboy-Bomben schwer beschädigt wurde. Einzig die Anlage zur Herstellung von Flüssigsauerstoff wurde weiter ausgebaut und in Betrieb genommen, sie überstand einen späteren Tallboyangriff am 27. Juli 1944 unbeschadet. In Anbetracht der sich nähernden alliierten Invasionstruppen wurde jedoch auch diese Anlage demontiert und nach Deutschland transportiert.
Die Anlage beherbergt ein Freilichtmuseum, das die Geschichte und Funktion der Anlage zeigt. Neben dem Bunker ist ein Krater einer Tallboy-Bombe zu sehen. Der Krater hat einen Durchmesser von rund 42 Metern und eine Tiefe von etwa 18 Metern. Die Anlage wurde 1986 vom französischen Kulturministerium als Monument historique registriert.

Zitat Wikipedia

La Coupole

La Coupole (English: The Dome), also known as the Coupole d’Helfaut-Wizernes and originally codenamed Bauvorhaben 21 (Building Project 21) or Schotterwerk Nordwest (Northwest Gravel Works),[3] is a Second World War bunker complex in the Pas-de-Calais départment of northern France, about 5 kilometres (3.1 mi) from Saint-Omer. It was built by the forces of Nazi Germany between 1943 and 1944 to serve as a launch base for V-2 rockets directed against London and southern England.

Wiki: https://en.wikipedia.org/wiki/La_Coupole

weiterführende Links:
Blockhaus https://en.wikipedia.org/wiki/Blockhaus_d%27%C3%89perlecques
La Coupole: https://en.wikipedia.org/wiki/La_Coupole
Die meisten Informationen über die Bunker habe ich von dieser zugegebener Maßen nicht besonders hübschen, aber dafür sehr (!) informativen Seite: http://www.atlantikwall-frankreich.de/

Kleine Anmerkung: Begonnen hatte ich diesen Beitrag bereits vor Monaten, dann wieder liegen gelassen und nun endlich fertig gestellt. Ich bin weder Fachmann noch verfüge ich über besonderes Wissen was diese Bunker angeht, daher habe ich versucht einige Informationen mit Quellenangaben zusammen zu tragen und meine Bilder der Orte zur Dokumentation zur Verfügung zu stellen. Ergänzungen oder Berichtigungen sind durchaus willkommen. Ebenso wie Tipps für den nächsten Ausflug zu solchen interessanten Orten.

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