Operation Overload: Tag 11 – 18

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Mittwoch, Tag 18. Wo soll ich nur starten. Es liegen einige ereignisreiche Tage hinter uns. Eigentlich wollten wir heute an den Niagara Faellen sein. Leider haben wir gestern (zum Glueck) noch eine E-Mail gelesen, in der stand, dass unser Hostel von der Stadt geschlossen wurde. Und da unser Zug sehr frueh heute gehen sollte, war keine Zeit eine neue Bleibe zu suchen.
Ich merke gerade schon wieder nach den 5 Zeilen, dass ich schreibfaul werde und mir die Finger weh tun. Grml. Notebooktastatur ist doof fuer lange Texte.
Hier erstmal die besagte Mail:

hello anja

i regret to inform you that the number one hostel in the world (backpackers niagara falls) has been closed by the city. again i so sorry. thank you

joss

So, dann check ich mal mein neues Notebook (was fast schon wieder auseinander faellt) nach meinen Notizen zu den vergangen Tagen. Da faellt mir noch was ein: Liebe Mutti, liebe Omi, lieber Falk: ich wuensche mir zu Weihnachten ein (richtiges) Notebook / Laptop. Let’s talk about that later. 😉

notebook

Uebrigens unten im Bild, das weisse ist meine neue Jacke, rechts im Bild (rot) Anjas neue Schuhe. 😉

Was mir ebenfalls nebenher aufgefallen ist: Computerzeitungen sind hier recht unpopulaer. Und die Wenigen die es gibt, sind fuer Deppen geschrieben. Konnte ich mir eben keine Zeitung kaufen.

Ich sehe schon, das hier wird etwas laenger. Weiter also im Klapptext.

Mittwoch Tag 11
Das Flugzeug crasht in das Hochaus und wir fahren am Abend in die City. Wir sind mit Niki verabredet. Eine Person die wir ueber http://www.hospitalityclub.org/ kennen gelernt haben. Eine tolle Sache: man kann dort Leuten anbieten, ihnen die Stadt zu zeigen oder eben eine Uebernachtung. Klingt wild, ist es auch. Aber wir hatten Glueck. Niki ist Griechin, seit 5 Jahren in den Staaten und extrem nett und freundlich.
Der Grund warum wir bei ihr schlafen, ist dass von Staten Island (Insel gegenueber von Manhatten) eine kostenlose Faehre faehrt und uns taeglich 23 $ Zuggeld sparen laesst. Tolle Sache, erwaehnte ich ja aber schon.

Donnerstag, 12.10., Tag 12

Es geht gemuetlich gegen 9 aus dem Bett und dann nach Manhatten. Heute stehen Ground Zero, der Virgin Mega Store, South Seaport District, Pier 17, Shopping und das Empire State Building auf dem Plan. Natuerlich geht es vorm Empire State Building zum Shoppen, so dass wir Anjas 2 (!) Paar neue Schuhe den ganzen Weg hinauf mit uns rum schleppen.

Bei der Kuestenwache ist nicht alles auf einem aktuellem Stand, eher Land oder Pier unter.
coastguard

Financial District Manhatten: Auch hier ist man nicht vor skrupellosen Fahrraddieben sicher.
rad

Am Pier 17 wurden schon mehrfach ekelige Riesenseewuermer gesichtet. Manchmal verschwinden dort auch kleine Kinder.
wurm

Luxerioeses Apartmenthaus fuer Autos. Ein sogenannter Stadtpark.
parkhaus

In der nicht enden wollenden Warteschlange (60-90 Minuten) fuer das Empire State Building, trafen wir Frieda. Die hat vielleicht einen Muell erzaehlt. Allerdings gab es am Ende der Schlange keine Banane, zu doof.
frieda

Der Ausblick oben hat aber entlohnt: NYC bei Nacht.
nyc

Was mir aber aufgefallen ist: Mit Sauberkeit haben die es hier manchmal nicht so sehr.
muell

Ein Blick zurueck von der Faehre: NYC bei Nacht.
nyc nacht back

Freitag der 13.!!! Tag 13
Heute gibt es einen (halb) Anja-Tag: 100 Meilen zu laufen, nichts zu essen und Kunst. Aber ich liebe sie.
Los geht es im MET (Metropolitan Museum of Art). Ganz toll, einiges ist tatsaechlich interessant. Als wir zu den Rittern und dem ganzen Kram kommen muessen wir auf einmal ganz schnell machen. Aber naja.
Danach ging es in den Central Park um einen Cache zu finden. Location schnell gefunden. Cache nicht. Trotz 30-minuetigem Suchen und Aufsehen erregen… was soll’s. War sowieso scheisse versteckt. *g*
In den Apfelladen mussten wir auch nochmal um einen Geschenkgutschein fuer I-Tunes zu kaufen. Und dann noch in den Disney-Store. Lag natruelich alles auf dem (Lauf-)Weg. 🙁
Dann noch schnell eine Stunde ins MoMa (Museum of Modern Art) und im Rekordtempo durchgehechelt. Fand Anja nicht ganz so gut, aber wenigstens waren wir da.
Als es um 8 schliesst, bekomme ich endlich etwas zu essen (nach einem Hot Dog gegen 13 Uhr das erste Essen wieder). Hatte ich schon erwaehnt, dass ich manchmal leide?
Anja erwaehnt gerade, dass das gar nicht so lange war. Wir haetten ja Erdnuesse zwischendurch gegessen. Wisst ihr was ich meine?
Mir fallen gleich die Arme ab vom Tippen.

Sicherheit wird an Board der Faehre gross geschrieben.
ferry

Dieses Kind pinkelt. Ein Kunstwerk im Met. (Kein scheiss!!!)
pisser

Beruehmter roemischer Heini. Was viele nicht wissen: er hatte einen Zwillingsbruder. Der hatte aber nur einen Kopf, welcher aus der Brust vom Heini wuchs und fortlaufend fluchte.
czar

Wie war das mit dem pinkeln…
tante

Einige Viertel in NY werden uebrigens eingeglast um die Bewohner abzuschotten. Hier werden neben neuen Make-Ups auch biologische Waffen getestet.
glas

Kunstwerk im MoMa. Auf sowas stehe ich…
moma

Weihnachten, Weihnachten steht vor der Tuer…
xmas

Am Broadway stehen die doofen Touris alle um einen Ochsen rum.
ochse

Sicherheitsmassnahmen in der Wallstreet. Danke Terrorhobbit. Die goldenen Klumpen sind uebrigens KEIN Gold, sondern nur goldene Scheisshaufen (vom Ochsen).
wallstreet

Dezenter Patriotismus gehoert in den USA zum Alltag.
flag

So Leute, ich kann nicht mehr. Ich wollte eigentlich mehr schreiben, aber das geht einfach nicht. Ich schnapp mir noch ein Bier, ist ja schliesslich Urlaub. Vielleicht schreibt Anja morgen mal nochwas waehrend ich noch schlafe (fuer gewoehnlich gegen 8 ). Good Night!

Operation Pferdehuf: Tag 14 – 18
(Anja schreibt nun weiter)
Samstag, 14.10., Tag 14
(markus hat aufgegeben, deshalb muss ich mich jetzt an die vergangenen tage erinnern …)

niki hat uns morgens bei cvs (eine art drogerie, in der es aber auch medikamente gibt) abgesetzt, damit ich batterien fuer meine kamera kaufen kann. unerklaerlicherweise sind die immer im urlaub alle. von da aus ging es zur faehre nach nyc. wir wollten uns einen gemuetlichen tag machen, zuerst zur wallstreet und dann im east village und greenwich village rumtreiben.
wir sind dabei in so eine art strassenfest gestolpert, haben ein paar schraege laeden besucht und sind dann aber wieder im ‚urban outfitters‘ haengen geblieben. uo ist so eine art teures h&m, dafuer aber mit super accesoires. besonders gefallen hat uns z.b. der bush backcounter, der zaehlt die verbleibenden tage von bushs regierungszeit. oder auch schoen: der lufterfrischer mit bushs gesicht und der ueberschrift: „a dumbass on a string“. wir haben auch eingekauft, ich darf aber nicht verraten was.
eigentlich wollten wir uns dann noch mit niki im village treffen, entschieden aber, dass wir lieber zurueck zum haus fahren sollten, weil es sonntag morgen schon 6.25 uhr nach boston gehen sollte. dumm nur, dass auch niki und ihr kumpel dimitri entschieden, nach ihrem theaterbesuch nicht mehr auszugehen, sondern noch ein ‚gute-nacht-bier‘ bei ihr zu trinken. das ende vom lied: wir gingen alle erst gegen 3.30 uhr morgens ins bett …

Sonntag, 15.10., Tag 15
… aber wir konnten ja im zug nach boston schlafen. diesmal waren wir auch clever und haben uns jeder einen doppelsitz geschnappt. in boston angekommen, haben wir auch relativ schnell die wohnung von johannes (nachdem wir zuerst versehentlich die wohnungsnummer 3 mit der hausnummer 240 verwechselt hatten!) gefunden (hospitalityclub). leider war aber der schluessel nicht wie verabredet an der hintertuer versteckt. nach einigem suchen und gruebeln (hatten wir wieder was verwechselt … das datum vielleicht?), mussten wir uns eingestehen, dass wir irgendwie ein problem hatten. wir hatten keine unterkunft, keine telefonnummer und kein internet. nachdem wir versuchten, uns gegenseitig die schuld zuzuschieben, entschlossen wir uns, das zweitcleverste zu tun u. zurueck zum bahnhof zu fahren. der concierge dort (wir glauben es handelte sich um ein menschliches lexikon) schickte uns dann ins naechste internetcafe – nicht, ohne uns vorher noch mit allen anderen erdenklichen infos und stadtplaenen auszustatten. um das ganze abzukuerzen … ueber drei ecken hat johannes, der zu der zeit auf einer konferenz in atlanta war, es geschafft, uns den schluessel zukommen zu lassen. wir hatten also doch noch ein dach ueber dem kopf. die zeit bis dahin haben wir uns mit ein wenig sight-seeing und einem essen im ueberteuerten touri-pub „cheers“ vertrieben.
unser geschultes auge hat ueberdies sofort erkannt, dass die menschen in boston durchschnittlich etwa 20 kg weniger wiegen als in ny. das liegt wahrscheinlich am schlechteren u-bahn system. die leute hier muessen mehr erlaufen. auf der anderen seite gibt es aber mindestens genauso viele verrueckte. wir haben jetzt aber eine taktik gegen diejenigen entwickelt, die uns irgendwie zu nahe kommen. wir taeuschen einfach ein noch schlechteres englisch vor, als das, was wir ohnehin sprechen. es wirkt.
vielleicht sollte ich noch erwaehnen, dass die uebernachtung in johannes haus nicht ganz so komfortabel war, wie die in staten island. zumindest wenn man komfort daran misst, ob die dusche funktioniert bzw. nicht verstopft ist oder ob alle holzlatten im futonbett intakt sind. nicht zu vergessen: ein mindestgrad an sauberkeit (wenn markus schon die nase ruempft!).

Montag, Tag 16
heute entschieden wir uns, unserer pflicht als ordentliche touristen nachzukommen und den gesamten freedom trail (eine rote linie auf dem asphalt durch ganz boston, die an allen wichtigen sehenswuerdigkeiten vorbeifuehrt) abzuschreiten. angefangen haben wir im hafen, wo die uss constitution vor anker liegt (fuer alle maedchen: es handelt sich dabei um das aelteste noch intakte kriegsschiff). zu dumm, dass es montags nicht zugaenglich war, aber zu meiner ueberaus grossen freude, konnten wir ueber eine stunde saemtliche waffen und kuechen-kabinen und weiss der geier was noch auf dem anderen museumsschiff, einem zerstoerer aus dem zweiten weltkrieg, bestaunen (ich nehme an, dass war markus‘ rache fuer das met und das moma in nyc).
danach habe wir das ganze touri programm ein wenig abgekuerzt und sind zurueck nach cambridge gefahren (da, wo wir auch uebernachtet hatten) und haben uns den harvard campus und die ganzen schrulligen laeden da angesehen. sehr nett auch ein maedchen am harvard square: sie hatte ein grosses schild in der hand, auf dem stand „free hugs“ (kostenlose umarmungen). markus hat sich aber nicht getraut. danach sind wir, wie die grossen, essen gegangen. im fischrestaurant „dolphin …“. war aber lecker.(wir haben ja auch erst spaeter gesehen, dass die eine kellnerin – nicht unsere – immer mal rausging um dem hund vor der tuer wasser zu geben u. sich zum dank dafuer gesicht und haende abschlecken zu lassen. haende waschen? aehm … nein)
nach einer katzenwaesche sind wir dann ins bett, nur um am naechsten morgen, von den sanften toenen des presslufthammes direkt unter dem fenster geweckt zu werden.

Dienstag, Tag 17
um etwa 14 uhr ging es dann per amtrak zurueck nach new york. ein guter tag zum zug fahren. wir hatten boston kaum verlassen, als es anfing zu regnen. die zugfahrt wurde ein wenig aufgelockert, durch einige lustige mitreisende fortgeschrittenen alters, die nicht nur alle paar minuten eine neue plastiktuete oeffneten, um moehren, aepfel oder andere lustige sachen zu knabbern, sondern sich auch rasierten, oder telefonierten (dabei allerdings vergassen, dass man die entfernung zu der person am anderen ende der leitung nicht ueberwindet, indem man in das telefon bruellt). etwa 40 min. vor unserer ankunft in penn station wurden dann auch alle sachen zusammengepackt, die jacken bereits uebergezogen und ueberall verbreitet, dass man ja schon etwas aelter u. daher nicht mehr so flink sei … .
in penn staion haben wir dann unsere letzten drei dollar in einen hot dog und eine pretzel investiert. unser abendessen.
in sayville hatten wir glueck, den selben zug wie michelle genommen zu haben. so mussten wir nicht im regen nach hause stapfen. (kleiner tipp, verreist nie mit plastiktueten, lassen sich nicht gut tragen)
zu hause hatte john leckere tripple chocolat brownies gebacken. (da die milch alle war, mussten wir sie leider mit wein und bier runterspuelen)
wie oben erwaehnt, entschieden wir uns dann, nicht in den schneesturm nach niagara zu fahren (ich waer ja hingefahren u. haette vor ort nach einer bleibe geschaut … markus war das zu unsicher … naja, ich war ja schon da)

Mittwoch, Tag 18
heute haben wir erstmal ausgeschlafen, gemuetlich gefruehstueckt und sind dann nach sayville city geschlendert. fuer alle, die dort schon mal waren (mama!): auch wenn man sich zeit nimmt, in 30 min. ist man durch.
markus hat mich dann von unserem geld in den sayville diner eingeladen (everybody get down. this is a robbery!). und es war wirklich nett. es hat gut geschmeckt und die griechische kellnerin hat sich super um uns gekuemmert. ueberhaupt war man sehr besorgt: als markus kurz huestelte, kam sogar der koch aus der kueche geschossen u. fragte, ob alles i.o. sei. (die haben hier offenbar eine riesen angst davor, verklagt zu werden.)
danach waren wir eine weile bei michelles eltern. wundervolle menschen … wirklich. dann war schon fast wieder dinner-zeit. john hatte gekocht. alles wie immer also.
morgen fahren wir dann wahrscheinlich nach montauk oder zum robert moses beach (das wetter soll wieder toll werden) u. am freitag geht es zusammen mit den carniaux‘ noch mal rueber nach fire island.
so viel fuer heute … good night and good luck.

anja

Fotostrecke
Markus nochmal hier, ich hab Kraft beim Bie gesammelt. Hier kommen die Fotos zu den von Anja beschriebenen Tagen.

Essen aus dem Automaten, gibt es natuerlich auch in NYC, East Village.
food

Sicherheitshinweis in der Navy-Yard, Boston.
Sicherheitshinweis in der Navy-Yard, Boston.

USS Cassin Young, Destroyer, Fletcher-Class. Einer von 175 Zerstoerern die seit 1942 gebaut wurden (das sind die, die es auch in BF42 gibt 😉 )
uss

You have to know: nix fuer Weicheier hier.
real

40mm-FlaK, Zwillingsrohre
flak

Keep off!
keep off

Souvenierladen in Boston: Puppen von John F. Kennedy und Wife. Man stelle sich Hannelore und Helmut Kohl als Spielpuppies vor… *rofl*
jfk

Leider konnten wir nicht hierher gehen: die weltgroesste Sammlung von Navyships. An der Zahl 6, inklusive einem richtigen Battleship der Iowa-Class (biggest US-Battleship-Class). Lag nicht direkt auf dem Weg (obwohl auch in Massachusetts), daher nur als Google-Earth-Bild.
battleshipgrove

So long, Markus

One comment to “Operation Overload: Tag 11 – 18”

  1. Comment by Joachim:

    Hallo, hast du vielleicht noch weitere Bilder vom Cheers, wie es innen aussieht?

    Kannst du mir welche schicken?

    Gruß Joachim

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