Vietnam – Tag 15 & 16 – Mui Ne

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Tag 15 unserer Reise begann recht früh (ja, ihr lest richtig, ein Umlaut, dazu später mehr). Wir hatten einen Bus um 7.30 Uhr gebucht der uns in ca. 4 Stunden in unser nächstes Etappenziel Mui Ne bringen sollte. Laut Auskunft des freundlichen Managers des „Europa Hotels“, holt uns ein (kleinerer) Zubringer(-bus) am Hotel ab und bringt uns zum Fernbusbahnhof, von wo wir mit einem großen Bus weiter fahren werden. So stiegen wir leichten Gemütes in den Bus ein und fürchteten uns nicht vor der „Scheibe“ auf der rechten Seite, die aus Klebeband bestand (siehe Fotos weiter unten). Nach und nach sammelten wir einige Touristen ein. Irgendwann hielten wir jedoch etwas länger und wir staunten nicht schlecht als ein Moped in den Bus gezerrt, geschoben und gehieft wurde. Das wurde dann fachmännisch vertaut, mit einem Faden am Lenkrad und an einem Griff am Sitz, und weiter ging die Fahrt. Da die Fahrt jedoch allmählich aus der Stadt heraus führte, beschlich uns langsam der Verdacht, die Strecke ist vielleicht so wenig gebucht, dass dieser kleine Bus direkt fährt – ohne uns am Fernbusbahnhof in einen „echten“ Bus umsteigen zu lassen. Nach kurzer Fahrt hielten wir wieder an, diesmal bei Obstverkäuferinnen am Straßenrand (die Gegend ist berühmt für fruchtbares Land, Gemüse, Blumen und eben leckeres und frisches Obst). Interessiert beobachteten die Touristen was denn wohl geschehen würde, aber es gab Entwarnung: keine Obstverkäuferin wollte mit ihren Waren nach Mui Ne. Nur die Busfahrer hatten offenbar etwas Appetit auf frisches Obst. Weiter ging es also einige MInuten bis der Wagen wieder hielt, diesmal irgendwo in einem Dorf etwas außerhalb der Stadt. Hier stieg nicht nur eine winzige Frau hinzu, nein, diese hatte noch 3 riesige Pakete frischer Blumen als Gepäck dabei (die Gegend ist bekannt für…). Die wurden fachmännisch quer im Bus gestapelt und auf ging es nach Mui Ne. Endlich. Wirklich gewundert hat uns auch nicht, als weitere 10 Minuten später, der Bus abermals hielt und tatsächlich noch jemand zustieg. Nachdem eine Tasche über den Blumenberg ragte, kletterte auch noch eine Vietnamesin nach und gesellte sich zu uns Touris. Die folgenden 4 Stunden waren eine der interessantesten Busreisen die wir erleben durften.

Schlafen im Bus ist übrigens nahezu unmöglich, denn der Busverkehr folgt hier der groben Faustregel: Wenn der Bus nicht die ganze Zeit hupt (ca. alle 6 Sekunden 2 x kurz und alle 34 Sekunden 3 x lang und böse weil jemand partout nicht hörtt) um die anderen Verkehrsteilnehmer von der Straße zu schieben, dann ist die Straße zu schlecht, als dass sie noch andere benutzen würden. So war es denn auch in diesem Fall. Diese Serpentinenreiche Schlaglochpiste, fuhr außer uns einfach fast keiner. In vielen der unzähligen Schlaglöchern, neigte sich der Bus  bedrohlich nahe zur Seite und ich malte mir bereits aus ob es besser wäre wenn wir nach links fallen (ich falle auf die anderen neben mir) oder nach rechts (die anderen neben mir fallen auf mich). Zum Glück ist nichts passiert, die Sicherheit fährt hier immer mit. Zum Beispiel als ich dachte „Hui, der Abgrund neben uns ist aber ganz schön nah.“ – Sicherheitsorientierte Vietnamesen wissen: da passt noch ein Moped zwischen Bus und Abgrund und überholen eben jenes. Was haben wir gelacht auf der Fahrt… aber genug davon.

Wir sind gut angekommen, haben uns ein Hotel gesucht und uns am Nachmittag Räder ausgeliehen mit denen wir etwas umher gefahren sind. Mui Ne ist ein kleines Fischerdorf an der Südküste Vietnams. Die Leute hier leben hauptsächlich von Fischfang und mittlerweile auch zunehmend vom Tourismus. Aber derzeit ist absolute Nebensaison und die Hotels und Resorts sind alle gähnend leer. In unserem Hotel war 1 weitere Person als Gast. Generell sah das nicht viel anders aus. Aber es gibt einen 6 Kilometer langen Strand, tolle Sanddünen und eine schöne Landschaft. Und viele Wind-Surferund Kite-Surfer die hier die Wellen und den Wind nutzen.

Später waren wir in einem sehr teuren Resort Eis essen, was sehr lecker war. Abends waren wir in der „Pogo“-Bar, die sogar von einer Deutschen betrieben wird – laut Reiseführer. Leider waren kaum Leute da (die Cheffin offenbar auch nicht). Außer ein „Westler“ mit seiner vietnamesischen „Brieffreundin“. Das scheint hier auf jeden Fall sehr verbreitet zu sein, dass man seine hiesigen Brieffreunde auch mal besucht.

Am nächsten Tag haben wir mal schön ausgeschlafen und sind gemütlich mit einem Moped zu einer Tour gestartet. Hier war der Verkehr so überschaubar, dass ich mich ans Steuer wagte und einen sehr schnittigen und angenehmen Automatikroller über den Asphalt steuerte. Wir sind zu  den roten Sanddünen und hatten dort Spaß mit Kids und Sand und sind dann weiter bis wir nach etwas umher irren die weißen Sanddünen gefunden haben. Hier haben wir zufällig Mr Binh getroffen, der uns spontan zum Essen mit seinen deutschen Tourgästen Anne und Sebi (machen gerade 6 Monate „Around the World“ – Liebe Grüße an dieser Stelle!) einlud. In der Mittagssonne war es wirklich extrem heiß und auch wenn wir mit dem Roller gedüst sind, war der Wind kaum eine Abkühlung. Meterdicke Schichten Sonnencreme waren hier Pflicht. In den Dämmerungsstunden haben wir noch ein paar Cham-Türme besucht und sind dann mit Einbruch der Dunkelheit von der Straße zurückgekehrt (das ist sicherer, hierzulande gibt es nicht ohne Grund über 12.000 Verkehrstote pro Jahr). Routiniert wechseln wir den Belag unserer Haut von Sonnencreme zum Moskitoschutz und gehen wieder lecker Seafood essen. Außer mein Barrakuda, der schmeckte mir nicht. 18 Uhr ist es hier zappenduster. 21 Uhr lagen wir im Bett. War ja eh nix los. 😉

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